Kochen zwei null

Gefüllte Aprikosen

Anders als vielleicht erwartet, sind gefüllte Aprikosen kein Dessert, sondern gehören zu den traditionellen Weihnachtsplätzchen bei uns. Eigentlich sogar zu denen, die immer zuerst weg sind. Man nimmt getrocknete Aprikosen (die ich sonst im Jahr nicht esse. Nie.)

Ach ja, die Zutaten sind für die doppelte Menge gewählt. Erstens geht sich des besser aus mit dem Puderzucker (und ihr habt dann keine halbe Packung rumstehen), zweitens müsst ihr die ganze Einweicherei und Schokoladenschmelzerei nur einmal machen. Und drittens könnt ihr natürlich auch viel mehr ess… verschenken!

Zutaten

  • 400 g getrocknete Aprikosen (gerne Bio, gerne große)

  • 3 Esslöffel Cognac
    (oder Marillenlikör, Cointreau oder was ihr gerne möchtet oder gerade da habt. Oder Sirup ohne Alkohol.)

  • 500 g Marzipan

  • 250 g Puderzucker

  • 500 g Bitterschokolade
    (wenn ihr ganz fancy sein wollt: eine davon weiß oder Vollmilch)

Und so gehts.

  • Aprikosen mit einem kleinen Obstmesser* aufschneiden, so dass eine kleine Tasche entsteht, die man nachher wieder zudrücken kann.

    Das geht mit größeren Aprikosen leichter, aber man bekommt irgendwann Übung.

    Profitipp: Möglichst keine Löcher in die Deckel schneiden, das wird nachher schwieriger beim Schokotauchbad. Und noch ein Profitipp: Zählt beim Aufschneiden schon Aprikosen.

    (*) Profiname im Rheinland: Kniepchen (das sind die, die beim Kartoffelschälen immer mit weggeworfen werden).
  • Legt die Aprikosen über Nacht (oder über Tag) im Alkohol eurer Wahl ein.

    Es kann auch ein alkoholfreier Sirup (z. B. Rose oder Mango) sein, den ihr mit etwas Wasser verdünnt. Aber der Alkohol fällt selbst mir, die ich nie Alkohol trinke, weil ich den Geschmack nicht mag, nicht störend auf. Andererseits muss das mit dem Alkohol ja auch nicht immer und einfach so sein. Allerdings hilft es, wenn man den Kindern verbieten möchte, einem die Aprikosen wegzumampfen.

    Am einfachsten in ein geschlossenes Gefäß, dann könnt ihr durch Schütteln immer mal wieder alle Aprikosen gleichmäßig benetzen.
  • Lasst die Aprikosen gut abtropfen.

    Den Rest Schnaps könnt ihr natürlich noch zu Punsch verarbeiten, falls da sowieso gerade was auf eurem Herd köchelt, bloß nix wegwerfen.

    Eigentlich sollte man sie abtrocknen vor dem Füllen und vor allem vor dem Schokobad, aber wenn man das einmal mit Küchenpapier versucht hat und dann Reste von klebrigem Papier wieder abwaschen musste, woraufhin die Aprikosen dann richtig nass sind… einfach früh genug abtropfen lassen. Reicht. (Ja, das war auch wieder ein Profitipp).
  • Formt aus dem Marzipan kleine Kugeln.

    Wenn ihr dran gedacht habt, die Aprikosen vorher zu zählen, macht genau die richtige Anzahl von Kugeln. Oder ihr schätzt und macht dann zum Schluss nochmal sieben Stück einzeln. Argh. Es kann aber auch helfen, die Kugeln direkt nach dem Formen in die Aprikosen zu stopfen, um ein gutes Gefühl für die richtige Größe zu bekommen, vor allem, wenn man das zu erstem Mal macht.

    Noch’n Profitipp: Macht ein paar kleinere und ein paar größere Kugeln, die Aprikosen (und die Taschengröße, die ihr fabriziert habt) variieren meistens ein bißchen.
  • Schokolade schmelzen.

    Wenn ihr euch weiße Schokolade gekauft habt, ihr Streber, diese natürlich nicht dazu, sondern erstmal liegen lassen.

    Inzwischen schmelze ich Schokolade auf dem Induktionsherd direkt im Topf, das geht wirklich gut und man hat nicht mehr die Gefahr, dass der Wasserdampf sich niederschlägt und man muss auch viel weniger spülen. Dann aber schön langsam, bei niedrigen Temperaturen (4 von 9) und immer schön großflächig umrühren. Ich drehe dabei immer die ganze Schokoladentafel wie einen Windmühlenflügel am Topfrand.

    Wenn die Schokolade geschmolzen ist, Herd abstellen und hoffen, dass der Topf die Hitze lange genug hält. Sonst zwischendurch nochmal kurz und niedrig anstellen und wieder dabei rühren.
  • Aprikosen nochmal gut an den Taschenrändern zusammendrücken und zusehen, dass das Marzipan auch schön in der Tasche ist. Das geht nicht immer, ist aber (Profitipp!) hilfreich, wenn man nicht das ganze Marzipan danach im Schokotopf suchen möchte.

    Ganze Aprikose im Schokotopf baden und überschüssige Schokolade abstreifen.

    Ich (Profi!) benutze einfach eine Gabel mit langen Zinken und lasse die Schokolade am Innenrand des Topfes ablaufen. Dabei fällt mir die Aprikosen meistens wieder in die Schokolade, weil ich’s dabei übertreibe. Jedes. Mal.

    Wenn der Topf langsam leer wird, könnt ihr auch einfach eine zweite Aprikose in den Topf legen und die Gabelunterseite an deren Oberseite abtupfen. Funktioniert super.

    Wenn die Schokolade dann doch nicht reicht, nehmt ihr die weiße oder Milchschokolade und löst sie in einem neuen Topf auf und tunkt den Rest der Aprikosen.

    Wenn ihr noch Schokolade übrig habt – na ja, wisst ihr ja selbst:
    Einfach für die nächsten Plätzchen aufbewahren (Scherz).
  • Die Aprikosen schön auf einem Blech mit Backpapier oder einer kalten Platte oder Teller abkühlen lassen.
    Profitipp: Nicht direkt ins Kühle, sondern langsam in der Küche abkühlen lassen – sonst wird die Schokolade matt.
  • Die Streber, die alle richtig gemacht haben und mit der Schokolade ausgekommen sind, können am nächsten Tag die weiße oder Milchschokolade schmelzen und damit feine Streifen auf die trockenen Aprikosen machen.

    Und die SUPERSTREBER machen das, wenn der erste Guß noch nicht ganz trocken ist und ziehen mit einem Stäbchen Muster. Wie gesagt. Superstreber.

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